2015 Traces - chateau-photo

2015 Traces

Not long ago, I read that we leave traces in the world, wherever we are, even if we have just walked past. We leave behind smallest molecules (our odor) and dander. If we stay in a place for a longer time, we may leave even more behind: Friends, memories, visible signs in the landscape… My project “Traces” is about the traces, which we leave. I was raised in a town where I lived for the first 18 years of my life. Then I moved out and never came back. In our generation, we are used to move to where the work is. In the last more than 15 years, I have moved a couple of time to the most different places, which have been very different from where I was raised. For 10 years, my partner and I have been living in different cities, even different countries, which made it even harder to mentally settle down somewhere. Most of the places are very different to my birthplace in Northern Germany: Northern Germany has great plains and straight horizons as well as a rough, beautiful coast. Switzerland, where I lived until a few weeks ago, has mountains and no coast at all. Now I am settling down in Bavaria, which again is very different.

Wherever I have lived, I have left traces behind – my family still lives in the town of my childhood. My close friends stayed in Cologne, at the place of my studies and sweetest memories of a special phase in my career connect me with Switzerland.

In my project of self portraits, colorful clouds of powder symbolize how we as human beings leave traces behind wherever we go. Even if we leave a place, something of us remains the place – and a piece of the place remains within us. Through these photos, I try to connect myself with the rural landscape that surrounds me now. I do not yet fit in, but I am dedicated to leaving traces here as well. Being in my mid-thirties now, with no kids, this project is also about a deeper consideration of the meaning of life. If I do not get any children – is there something that I will leave behind in the world anyway? Will I be remembered? Will I matter? The clouds of powder in the photographs are volatile – they exist for the moment of the capture. Still, when I leave the location, small powder particles are all over the place before wind and rain carry them away.


Vor nicht allzu langer Zeit las ich, dass wir überall, wo wir sind und jederzeit Spuren hinterlassen. Wir lassen kleinste Moleküle zurück: Unseren Geruch oder Staub. Wenn wir länger irgendwo bleiben, dann lassen wir noch mehr zurück: Freunde, Erinnerungen und sichtbare Zeichen in der Landschaft. Mein Projekt "Traces" (Spuren) handelt von diesen Spuren, die wir zurücklassen. Ich bin in einer Stadt aufgewachsen, in der ich die ersten 18 Jahre meines Lebens ununterbrochen gelebt habe. Dann zog ich aus und kehrte nie wieder zurück. In den letzten mehr als 15 Jahren bin ich mehrfach umgezogen. Diese Orte unterschieden sich sehr von dem, ich dem ich aufwuchs. Zehn Jahre lang haben mein Partner und ich nicht in derselben Stadt gewohnt - oft nicht mal im selben Land. Das hat es noch schwieriger gemacht, mich irgendwo Zuhause zu fühlen. Viele der Orte unterschieden sich stark von meiner Heimat in Norddeutschland mit seinen großen Weiten, dem geraden Horizont und der rauen Küste. Die Schweiz, wo ich bis vor kurzem lebte, hat Berge und überhaupt keine Küste. Jetzt gewöhne ich mich gerade an Bayern, das wieder anders ist. 

Wo auch immer ich gelebt habe, habe ich Spuren hinterlassen: Meine Familie lebt immer noch in meiner Geburtsstadt. Meine besten Freunde sind in Köln und der Umgebung, wo ich studiert habe und die schönsten Erinnerungen meiner beruflichen Karriere verbinden mich mit der Schweiz.

In meinem Projekt aus Selbstportraits symbolisieren die bunten Farbwolken die Spuren, die wir hinterlassen, wo auch immer wir sind. Selbst wenn wir einen Ort verlassen, bleibt etwas von uns an diesem Platz - und etwas von dem Ort in uns. Durch das Projekt versuche ich, mich mit der ländlichen Umgebung zu verbinden, die mich nun umgibt. Ich passe noch nicht ganz hierher, aber ich will Spuren hinterlassen. Nun, als Mittdreißigerin ohne Kinder, beschäftige ich mich in diesem Projekt auch tiefer mit unserer Bedeutung im Leben. Wird etwas von mir zurückbleiben, auch wenn ich keine Kinder hinterlassen? Wird sich später irgendwer noch an mich erinnern? Bin ich wichtig? Die Farbwolken in diesen Fotos sind äußerst volatil - sie existieren nur für Sekundenbruchteile. Aber wenn ich nach einer Fotosession einen Ort verlasse, bleiben kleinste Farbpartikel zurück, bevor Regen und Wind sie nach und nach auswaschen. 

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